Rede in der Sitzung der Maintaler Stadtverordnetenversammlung am 24.06.2024

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, sehr geehrte Frau Bürgermeisterin,  sehr geehrte Stadtverordneten,

vorab nochmals herzlichen Dank an Herrn Fischer, der uns die Gelegenheit gibt, hier und heute unser Anliegen vortragen zu können. Ich darf mich kurz vorstellen, mein Name ist Heinz-Josef Mühlmeyer und ich wohne seit 1990 als in Maintal.

Ich stehe heute vor Ihnen, weil Sie sich am 11. Dezember 2023 für die Wiederaufnahme einer Fährverbindung zwischen Maintal und Mühlheim ausgesprochen haben. Die darauffolgenden Presseberichte über eine Autofähre und die Machbarkeitsstudie zeigten uns, dass die Auswirkungen einer Wiederaufnahme der Fähre auf die Bürger, die Stadt und die Umwelt in weiten Teilen unberücksichtigt blieben.

Als Vertreter der vielen Maintaler Bürgerinnen und Bürger, die sich in den Presseberichten nicht wiederfanden, übergebe ich Ihnen heute die Unterschriftenlisten.

Aus unserer Sicht spricht insbesondere die allgemeine Zunahme des Autoverkehrs in Dörnigheim gegen die Wiederinbetriebnahme einer Autofähre. Einerseits setzt sich der Magistrat zu Recht dafür ein, dass der Verkehr und der Lärm begrenzt werden - daher die vielen neuen Tempo 30-Schilder. Andererseits wird der Verkehr durch die neuen Bauprojekte deutlich zunehmen: durch die Bebauung des Real-Geländes und Opeleckes, sowie das Wohngebäude an der Kennedystraße/Alter Kesselstädter Weg und nicht zuletzt durch das Quartier Maintal Mitte, mit insgesamt zu erwartenden 1000 Wohneinheiten. Die Wiederaufnahme der Autofähre würde den Autoverkehr in Maintal nochmals erhöhen. Die Befürworter der Fähre hoffen auf 500-600  PKW/LKW pro Werktag, damit sich die Fähre überhaupt rechnet.

Damit geht ein Anstieg von Emissionen und Lärm einher. Lärm macht krank, wie in zahlreichen Studien belegt wurde. Folglich muss der Autoverkehr schnellstmöglich abgeleitet und nicht durch eine Wiederaufnahme eines Fährbetriebes noch weiter erhöht werden. Insbesondere und ausdrücklich möchten wir darauf hinweisen, dass diese 500-600 PKW/LKW an einem beliebten und hochfrequentierten Kinderspielplatz vorbeigeleitet werden sollen. Das können und wollen wir auf keinen Fall unterstützen und ist sicherlich auch von Ihnen nicht gewollt Keine neue Autofähre Maintal/Mühlheim.

Das sagen wir, die über 270 Unterzeichner der Unterschriftenliste als betroffene Bürger und Besucher des Mainufers, die Sie ersuchen, sich für ein langfristiges, tragfähiges und zukunftsorientiertes Verkehrskonzept zur Mainquerung einzusetzen. Sie kennen bereits die verschiedenen Ideen für eine Mainquerung: Es gibt Vorschläge für eine Autobrücke außerhalb von Maintal und Ideen für eine zentrale Radfahrer- und Fußgängerbrücke, die die Menschen in Dörnigheim und Mühlheim schnell und ohne Umwege miteinander verbindet. In den vielen Gesprächen mit den Unterzeichnern wurde immer wieder der Wunsch nach einer Radfahrer- und Fußgängerbrücke geäußert.

Wollen auch Sie, dass Eltern und Kinder, den Spielplatz an der ehemaligen Fähranlegerstelle weiterhin so nutzen können, dass ein sicherer und unbekümmerter Aufenthalt möglich ist, frei von Lärm und Autoabgasen? Wollen auch Sie eine Lösung, die vielen Menschen gerecht wird, den Anwohnern der Kennedystraße, Mühlheimer Straße, Fischergasse, Am Bootshafen und der ganzen Stadt? Wollen auch Sie die Wohn- und Lebensqualität erhalten und zusätzlichen Lärm und Emissionen verhindern? Wollen auch Sie, dass eine gefahrlose Nutzung des Bürgersteiges in der Mühlheimer Straße zum Mainufer hin weiterhin sichergestellt ist? Wollen auch Sie eine Lösung, die langfristig tragfähig ist und in der wachsenden Region dem Verkehrsaufkommen gerecht wird?

Dann bitten wir Sie, bringen Sie sich ein „für ein Mainufer als herausragendes Naherholungsgebiet, dazu gehören auch die darauf zuführenden Straßen“. So wie es Frau Bürgermeisterin am 05.02.2024 in ihrer Rede zum Haushaltsplan sagte.

Das Mainufer den Menschen ... ohne zusätzlichen Autoverkehr und ohne eine neue Autofähre.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.