Brief an die Bürgermeisterin vom 8. Januar 2024

Betr. Planung für eine neue Autofähre Maintal/Mühlheim

Sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Böttcher,

wie wir in mehreren Publikationen gelesen haben, hat sich die „Bürgerinitiative Fähre Maintal/Mühlheim“ erneut in der Stadtverordnetenversammlung Maintal für die Wiederaufnahme eines Autofährbetriebes eingesetzt und ist damit bei den Stadtverordneten offensichtlich auf Zustimmung gestoßen.

Auf alle in der Machbarkeitsstudie der Bürgerinitiative (Stand 02/2023) aufgeführten Argumente für einen erneuten Autofährbetrieb möchten wir an dieser Stelle nicht eingehen, da es sich in einigen Punkten um unterstellte Annahmen handelt bzw. Punkte, die auch durch andere Alternativen erreicht werden koennten.

Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung des Fährbetriebs argumentiert die Bürgerinitiative mit ca. 500 bis 600 zusätzlichen PKW und LKW pro Tag. Völlig unberücksichtigt bleibt die Verkehrsführung des eng bebauten Wohnviertels in Dörnigheim, durch den sich die Fahrzeuge zwängen müssten und der damit verbundenen Probleme. In einer Zeit, in der Städte und Gemeinden den Ortsdurchgangsverkehr in die Außenbezirke drängen, soll nun in Maintal entsprechend dem Mehrheitsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung genau das Gegenteil veranlasst werden. Das irritiert uns doch sehr und wir können uns nicht vorstellen, dass dies Ihre Zustimmung findet, zumal kürzlich in Teilen der Kennedystraße aus Lärmschutz- und Emissionsgründen ein Tempolimit von 30 km eingeführt wurde.

Gänzlich vermissen wir in allen Publikationen die Berücksichtigung der Interessen der betroffenen Anwohner in Dörnigheim. Vielmehr wird in der Berichterstattung mit Schlagzeilen wie „Etwa 2 Minuten liegen Maintal-Dörnigheim und Mühlheim auseinander, wenn man die Fähre nimmt“ oder „Jeder will die Fährverbindung“ geworben.

Aus eigener Erfahrung während des vergangenen Fährbetriebs sind die 2 Minuten völlig unrealistisch. Allein die Auf- und Abfahrt von der Fähre, die Anzahl der zu transportierenden PKW und LKW und die ca. 60 täglich kreuzenden Mainschiffe führen zu einer Wartezeit von 10–20 Minuten pro Überfahrt. Zu den Stoßzeiten kam es zu noch längeren Wartezeiten, in denen die Fahrzeuge mit laufenden Motoren im Rückstau bis zur, teilweise sogar bis in die Kennedystraße standen. Aufgrund der Straßenbreite der Mühlheimer Strasse führte dies dazu, dass der Bürgersteig als Fahrspur benutzt und dadurch Fußgänger extrem gefährdet wurden.

Ein einfaches Weiter so wie vor 2017 ist definitiv keine akzeptable Option.

Wir ersuchen Sie und die Stadtverordnetenversammlung, das geplante Vorhaben einer neuen Autofähre zu stoppen und sich für ein langfristiges, tragfähiges und zukunftsorientiertes Verkehrskonzept zur Mainquerung bei der Nachbargemeinde Mühlheim und den Landratsämtern Offenbach und Main-Kinzig einzusetzen.

Bitte entscheiden Sie sich:

Vielen Dank für Ihr offenes Ohr. Wir hoffen auf Ihre Unterstützung unseres Anliegens.

Mit freundlichen Grüßen
Anlieger aus der Mühlheimer Straße und Fischergasse