Zusammenfassung und Bewertung der Machbarkeitsstudie „Bürgerinitiative Fähre Mühlheim - Maintal“ vom Februar 2023

Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung der Bürgerinitiative Pro Fähre kommt zunächst zu dem Ergebnis, dass der Fährbetrieb kostendeckend möglich sei und sogar ein leichter Überschuss erzielt werden könne. Diese Einschätzung beruht jedoch auf deutlich zu optimistischen und methodisch fehlerhaften Annahmen, insbesondere bei den Personalkosten.

Zentraler Fehler ist die unrealistisch niedrige Personalkalkulation: Statt eines tatsächlich notwendigen Schichtbetriebs mit mindestens vier Fährführern werden nur drei angesetzt, außerdem fehlen vollständig zusätzliche Kräfte für Deckpersonal (Einweisung, Sicherung, Kassieren) sowie eine notwendige Verwaltungskraft. Auch Ausfälle durch Urlaub, Krankheit und gesetzliche Arbeitszeitregelungen werden unzureichend berücksichtigt oder rechnerisch verfälscht dargestellt.

Methodisch problematisch ist zudem, dass keine realistische Schicht- und Ausfalllogik zugrunde gelegt wird. Dadurch wird die Verfügbarkeit des Personals systematisch überschätzt und der tatsächliche Personalbedarf unterschätzt.

In der korrigierten Betrachtung steigen die Personalkosten dadurch deutlich auf rund 455.000 Euro jährlich, die Gesamtkosten auf etwa 516.200 Euro. Bei unveränderten Einnahmen von rund 324.176 Euro ergibt sich statt eines Überschusses ein jährliches Defizit von etwa 192.000 Euro.

Kernfazit

Die ursprünglich behauptete Wirtschaftlichkeit basiert im Wesentlichen auf unterschätzten Personalkosten und nicht realistischen Betriebsannahmen und erweist sich dadurch als deutlich zu optimistisch dargestellt.